Das geht mit Ihrem Atem und den haben Sie immer dabei.

Entdecken Sie die Ruhe in Ihrem Atem!

Kann es losgehen?

Unser vegetatives Nervensystem steuert Prozesse, die wir nur indirekt beeinflussen können. Z.B. den Herzschlag oder die Verdauung. Es macht z.B. wenig Sinn, dem Herz zu befehlen: Schlag langsamer! Das wird so nicht funktionieren. Beginnen wir jedoch, langsam bis in den Bauch zu atmen, wirkt jeder Atemzug beruhigend auf den Herzschlag.

Zum vegetativen Nervensystem zählt der Sympathikus und der Parasympathikus. Beide Nervensysteme sind für unser Leben wichtig. Der Sympathikus aktiviert unsere Energie – der Parasympathikus sorgt für die nötige Entspannung nach der Anspannung. Ist der Sympathikus morgens nicht aktiviert, dann würden wir so manches Mal im Bett bleiben und der Chef kann lange auf uns warten.

Problematisch wird es dann, wenn der Sympathikus ständig aktiviert ist. In Folge davon ist der Organismus ständig in höherer Erregung. Das kann bis zu einer Dauer-Alarmbereitschaft gehen. Dann gelingt Entspannung und Erholung nur noch sehr rudimentär. Die Nerven des Parasympathikus haben sich zurückgezogen und die Nerven des Sympathikus feuern ständig und richten ein Wirrwarr im Kopf an.

Der westliche Mensch lebt mittlerweile so, dass er im Gehirn ein mächtig aufgeblähtes Stresszentrum hat. Durch andauernde Reizung und Aktivierung arbeitet der Sympathikus auf Hochtouren.

Demgegenüber steht ein verhungertes Ruhezentrum. Wie gesagt, die Nerven des Parasympathikus werden kaum gepflegt und gehegt.

 

Ein aktivierter Sympathikus erzeugt ein Knäuel im Gehirn und denken/analysieren geht nicht mehr und natürlich viele andere wichtige Gehirnfunktionen sind ebenfalls nicht mehr möglich. (siehe oberes Bild, übertrainierter Sympathikus)

 

 

Ist im Gegensatz dazu der Parasympathikus aktiv, kehrt Ruhe und Weite ein und wir fühlen uns gut.

Der Atem kommt – der Atem geht: Mit unserem Atem erzeugen wir eine Wirkung auf das vegetative Nervensystem. Wir können schnell und flach atmen und so steuern wir den Sympathikus und wir aktivieren uns auch ohne Espresso. Sind Sie gerade etwas schlapp und müde, dann atmen Sie schneller und flacher – bitte nur für einige Atemzüge. Genauso können wir langsam und tief atmen und wir trainieren unser Ruhezentrum. Ein tiefer und langsamer Atemzug trainiert den Para-Sympathikus.

Wie trainiere ich mein Ruhezentrum, um Stress abzubauen?

Hier kommen ein paar alltagstaugliche Tipps:

  • Mikropausen: Für einen oder zwei Atemzüge innehalten und nachspüren – wie fühle ich mich gerade. Ruhig mehrere Mikropausen am Tag einlegen. Der Effekt ist, Sie spüren sich mehr und bekommen mit, was gerade in Ihnen so los ist. Für einen Moment geben Sie Ihrer leisen inneren Stimme die Chance gehört zu werden.
  • Ein-Minuten-Meditation: Smartphone auf eine Minute einstellen – die Augen schließen und für eine Minute den Atem beobachten – einfach nur beobachten. Nach einer Minute die Meditation beenden und wieder weiter im Alltag. Das beruhigt.
  • 4/6 Atmung: Beim Einatmen bis vier zählen und beim Ausatmen bis sechs zählen – sechs Atemzüge – dauert eine Minute. Das längere Ausatmen bringt Ruhe in den Körper. Diese Atemübung können Sie bei Bedarf auch länger machen.
  • Füße spüren: Setzen Sie sich aufrecht auf Ihren Stuhl und spüren Sie die Füße auf dem Boden: Sind die Füße warm oder kalt, kribbelt es … Die aufrechte Körperhaltung bewirkt, dass sich auch der Geist aufrichtet.

Diese Übungen sind so einfach und schon fast banal und doch zeigen sie Wirkung. Jetzt müssen wir sie nur noch praktizieren.

Fangen Sie an – gleich jetzt! Fehlende Zeit kann keine Ausrede sein.

Und ich freue mich, wenn Sie über Ihre Erfahrungen hier berichten.

Für heute wünsche ich Ihnen Ruhe und Gelassenheit – achten Sie gut auf sich, das tut niemand für Sie.

Lesen Sie auch den Artikel: So kommt Ruhe in den Kopf. Hier finden Sie auch einen Link mit drei einfachen Achtsamkeits-Übungen. Hier klicken

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