Neue Gewohnheiten leben

Wir alle haben Gewohnheiten, die wir gerne ablegen wollen, die uns vielleicht sogar nerven. Schließlich wollen wir stattdessen hilfreiche Gewohnheiten leben.

Wer von uns hat sich noch nicht vorgenommen: Etwas mehr Bewegung, etwas weniger Gewicht, mehr Ordnung … die Klassiker halt.

In einem Anfall von Enthusiasmus nehmen wir uns vor: Dreimal die Woche 30 Minuten Joggen oder am Samstag entr√ľmple ich den ganzen Keller. Wenn wir nur an unser Vorhaben denken, legt das Gehirn den Schalter auf Widerstand um. Dann braucht es richtig viel Willenskraft, um dagegen anzuk√§mpfen.

Dieser Widerstand ist im Gehirn fest verankert. Unsere Amygdala (Mandelkern) schlägt Alarm, wenn wir gut trainiertes Routinen-Verhalten aufgeben wollen. Jede neue Herausforderung löst ein gewisses Unbehagen aus. Unser Gehirn mag es bequem.

Wie kann es trotzdem gelingen, neue Routinen zu leben.

Ich m√∂chte Sie zu einem leichten Weg inspirieren, den die Japaner ‚ÄěKaizen‚Äú nennen. Kaizen ist die Strategie der kleinen Schritte oder neudeutsch ‚ÄěMicro Habits‚Äú.

Ein Beispiel: Sie m√∂chten mehr Sport machen. Dann k√∂nnte ein erster Mini-Schritt sein, eine Minute vor dem Fernseher marschieren. Lachen Sie jetzt nicht. Nat√ľrlich ist mit diesem kleinen Schritt das Ziel noch nicht erreicht. Doch Sie haben die Erfahrung gemacht, das bekommen Sie hin. Dieses kleine Erfolgserlebnis motiviert zum n√§chsten Schritt, der vielleicht etwas gr√∂√üer ist. Und mit vielen kleinen Schritten sind Sie dann bei einem ganzen Training.

Mit der Strategie der kleinen Schritte wird die Angst, es nicht zu schaffen, erfolgreich umschifft. Der Schritt sollte so klein gew√§hlt sein, dass unser 🧠 Gehirn gar nicht auf die Idee kommt: Das ist nicht zu schaffen.

Viele Menschen machen die Erfahrung, dass sie schlie√ülich gerne die neuen Gewohnheiten umsetzen. Durch die regelm√§√üigen kleinen Schritte werden √§u√üerst wirksam Verkn√ľpfungen neuer neuronaler Verbindungen hergestellt.

Ich wende die Kaizen-Methode zum Aufräumen an: Jeden Tag 10 Minuten aufräumen. Ich stelle mir dazu einen Wecker und wenn die Zeit um ist, darf ich aufhören, ich muss nicht aufhören. Manchmal mache ich weiter und manchmal höre auf. Ich bin echt erstaunt, wieviel ich in den 10 Minuten aufräume.

Was w√§re Ihr kleiner Schritt f√ľr eine neue Gewohnheit?